Analytics Xenio Marketing Leipzig

Die seit Mai wirksame DSGVO brachte einige Veränderungen mit sich – so muss sich auch das Webanalysetool Google Analytics zahlreichen Anpassungen unterziehen.

50 bis 80 Prozent der Webseitenbetreiber vertrauen auf den Marktführer. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen setzen aufgrund des Preis-Leistungssektrums auf das Webanalysetool: Es ist kostenfrei und bietet eine breite Range an Auswertungen.

Wo liegt nun die Schwierigkeit? Mit Inkrafttreten der DSGVO ist die Datenerhebung ohne Nutzerzustimmung aus datenschutz-rechtlicher Sicht problematisch. Auf den Punkt gebracht: Stimmt der Nutzer der Datenerhebung nicht zu, werden keine Daten an das Webanalysetool gesendet. Genau diese Entwicklung ist uns mit Inkrafttreten der DSGVO aufgefallen (vgl. Beitrag zu Matomo)

 

Wir stellen daher die Frage: Ist Google Analytics noch das Maß aller Dinge?

 

Spitzenreiter Matomo (ehemals Piwik)

  • Preis: kostenlos
  • Vorteile: Open Source, Datenschutz, viele Erweiterungen
  • Nachteile: Komplexer Aufbau
  • Datenschutz: sehr hoch
  • Referenzen: Bayrische Landesregierung, T-Online, Oxfam

Matomo ist eine kostenlose Open-Source-Anwendung und zudem die populärste Alternative für Analyse-Tools. Ein elementarer Vorteil dieser Anwendung ist der Datenschutz, da der Hoster in der Lage ist, alle Daten auf einem eigenen Server zu speichern. Aufgrund dieser Tatsache können sämtliche Daten eigenständig verwaltet werden.
Es ist zudem möglich Matomo derart zu konfigurieren, dass personenbezogene Daten anonymisiert werden, wodurch man einer Kollision mit der DSGVO entgeht. Aber auch für die personenbezogene Datenerhebung bietet Matomo Funktionen an, um sich DSGVO-konform zu präsentieren.
Dementsprechend vertrauen mittlerweile auch Kunden wie T-Online und Oxfam dem Analyse-Tool.

Den einzigen Nachteil sehen wir in der komplexen Konfiguration der Anwendung selbst. Letztlich überwiegen jedoch die guten Bewertungen bezüglich Datenschutz, Preis und Nutzungsfreundlichkeit.

Piwik Pro (kostenpflichtige Version von Matomo)

  • Preis: kostenpflichtig (Preis auf Anfrage)
  • Vorteile: Hosting auf eigenen Servern möglich, Consent-Manager, Diverse Customer-Journey-Features
  • Nachteile: Keine kostenfreie Basisversion verfügbar
  • Datenschutz: sehr hoch
  • Referenzen: hp, Microsoft Azure

 

Der Etracker für Sachsen

  • Preis: ab ca. 20 Euro mtl.
  • Vorteile: Serverstandort in Deutschland, gute Usability
  • Nachteile: Voller Funktionsumfang erst bei Pro- und Enterprise-Paketen
  • Datenschutz: sehr hoch
  • Referenzen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Sächsische Landesregierung

Live-Tracking, Klickpfad-Analyse und die Auswertung von Nutzerstatistiken – dies sind die Basisfunktionen von Etracker Analytics. Dieses Analyse-Tool besitzt eine übersichtliche Benutzeroberfläche, welche auch von Tracking-Anfängern leicht zu bedienen ist. Zudem ist auch Etracker, laut eigenen Aussagen, DSGVO-konform und speichert sämtliche Daten innerhalb Deutschlands.
Die benutzerfreundliche Handhabung hat jedoch ihren Preis: das Basic-Paket erhält man für 20€/Monat, das Pro-Paket für 50€/Monat. Dementsprechend hat der Käufer Zugriff auf Zusatzfunktionen, wie eine einmalige Zufriedenheitsanalyse.

Auch diesem Tracking-Tool mangelt es nicht an Referenzen – so zählen beispielsweise Aktion Mensch und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zum Kundenstamm.

 

Open Web Analytics für Minimalisten

  • Preis: kostenlos
  • Vorteile: Open-Source-Lösung, praktische Zusatzfunktionen wie z. B. Heatmaps
  • Nachteile: Support und Weiterentwicklung unzuverlässig, schlechte Performance
  • Datenschutz: sehr hoch

Neben Matomo die zweite Open-Source-Anwendung und eine Benutzeroberfläche, welche der, von Google Analytics ähnelt: das ist Open Web Analytics. Die Vorteile dieses Tools gleichen denen von Matomo und werden durch eine sogenannte Heatmap-Funktion erweitert, wodurch Mausklicks der Nutzer analysiert werden können. Unglücklicherweise wird die Google-Analytics-Alternative ebenfalls durch eine unregelmäßige Weiterentwicklung und schleppende Updates charakterisiert.
Dennoch ist dieses Tool ein Empfehlung für alle Wenig-Analysten – also für alle, die hauptsächlich an Klickzahlen und grundlegenden Auswertungen interessiert sind.

 

Das mysteriöse Clicky

  • Preis: Kostenlos für bis zu 3.000 Seitenaufrufe täglich, darüber hinausgehend ab ca. 10 Euro mtl.
  • Vorteile: Detailreiche Echtzeitanalyse, einfaches und übersichtliches Dashboard
  • Nachteile: Eingeschränkte Funktionen im kostenlosen Paket
  • Datenschutz: ausreichend

Weitgehend unbekannt zeichnet sich diese Alternative zu Google Analytics durch ein einfach strukturiertes Dashboard und eine detailreiche Echtzeitanalyse aus. Diese Aspekte machen Clicky als Analyse-Tool vor allem für kleinere Webseiten interessant.
Der Vorteil der Übersichtlichkeit geht jedoch mit einer Beschränkung einher: die kostenfreie Version der Anwendung steht lediglich Webseiten zur Verfügung, welche tägliche Klick-Raten von unter 3.000 aufweisen können. Deshalb wird ein Pro-Abonnement (10€/Monat) unumgänglich, wenn man Clicky für eine größere Webseite, mit hohen Traffic, nutzen möchte.

Open Web Analytics und Clicky sind in ihren kostenfreien Versionen eher Betreibern zu empfehlen, die lediglich grundlegende Analysen ihrer Seiten wünschen und an den wesentlichen Kennzahlen interessiert sind. Dafür sind diese Tools vollständig zu gebrauchen.

 

Mixpanel als Tool für die Big Player

  • Preis: Freemium-Modell, größere Seiten ab ca. 100 US-Dollar mtl.
  • Vorteile: Viele Funktionen, automatische Datenabfrage, hochwertiges Interface
  • Nachteile: Außerhalb des Freemium-Modells kostenintensive Lösung, Serverstandort in den USA
  • Datenschutz: ausreichend
  • Referenzen: Airbnb, Uber, Spotify

Dieses Analyse-Tool ist in seiner Komplexität deutlich verschieden zu den bereits besprochenen Anwendungen. Neben dem riesigen Funktionsumfang besitzt Mixpanel ein hochwertiges Interface, eine detaillierte Customer-Journey-Analyse und eine automatische Datenabfrage-Funktion.
Zudem befindet sich der Serverstandort in den USA, wodurch zumindest Zweifel an der DSGVO-Konformität aufkommen. Eine unentgeltliche Version steht dem Webseitenbetreiber zwar zur Verfügung, ist aber in Sachen Funktionsumfang stark eingeschränkt (Pro-Version ab 100$/Monat).

Diese Google-Analytics-Alternative ist vor allem großen Unternehmen bzw. Projekten zu empfehlen. So arbeiten beispielsweise Airbnb, Uber und Spotify mit Mixpanel.

 

Datenschutzkonformität für WordPress

Für alle, die mit WordPress Seiten bauen und Beiträge verfassen empfiehlt sich ein entsprechendes PlugIn namens WP Statistics.
Mit dieser Erweiterung können Sie den Traffic der Webseite studieren und erhalten zahlreiche Statistiken und Diagramme, welche hilfreich sind, um sich einen Überblick über die Performance zu verschaffen. In Oberfläche und Funktionalität ähnelt dieses PlugIn Matomo, in einer vereinfachten Form.

 

 

Fazit

Gabriel Greulich von Mittwald hat uns zu der Thematik eine sehr gute Schlussfolgerung zukommen lassen.

„Eine Tracking-Alternative zu Google Analytics im Hinterkopf zu haben, ist nicht verkehrt. Insbesondere um bei Inkrafttreten von Gesetzen möglichst agil reagieren zu können. Dagegen spricht jedoch, dass die Infrastruktur vieler analytischer Prozesse seit langer Zeit existiert und das sehr genau und problemlos. Bei Google Analytics gibt es klare Regelungen zum Datenschutz. Sofern diese korrekt umgesetzt werden, spricht nichts gegen die durchaus mächtige Analysesoftware.

Eine Einstiegsbarriere für den Einsatz einer neuen Trackingsoftware ist die Ungewissheit in punkto Datenvalidität. Durch den langjährigen Einsatz von Google Analytics bestehen Erfahrungswerte, die aus Optimierungsmaßnahmen hervorgegangen sind. Die Frage stellt sich, ob die neue Trackingsoftware eine ähnliche Datenqualität wie Google Analytics liefern kann. Ebenso das Implementieren neuer Trackingpixel scheint auf den ersten Blick aufwändig. Bei kleinere Unternehmen ist der Kostenfaktor eine entscheidende Rolle – Google Analytics gibt es kostenfrei mit einem breiten Funktionsumfang.“

Im Austausch mit Gabriel Greulich können wir als Fazit mitgeben: Ein klare Handlungsempfehlung zur Nutzung eines neuen Systems oder des Altbewährten kann an dieser Stelle nicht gegeben werden. Sofern ein neues Webanalysetool zum Einsatz kommen soll, ist eine simultane Verwendung beider Trackingsoftware zu empfehlen. Die Datenvalidität kann über einen längeren Zeitraum geprüft werden und es entsteht im Fall eines Wechsels kein Delta bei der Datenerhebung.

Die Alternativen zu Google Analytics sind jedoch auf dem Vormarsch und werden in den kommenden Jahren deutlich an Popularität gewinnen. Wir sind gespannt!

 

_Quellen
https://hosting.1und1.de/digitalguide/online-marketing/web-analyse/die-besten-google-analytics-alternativen/
https://t3n.de/news/google-analytics-alternativen-511230/

Analyse, DSGVO, Performance

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